<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043</id><updated>2011-09-04T09:53:03.120+02:00</updated><title type='text'>Atlantropa</title><subtitle type='html'>Unwichtiges Wichtiges.</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>14</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-4673180807704278165</id><published>2011-05-06T18:39:00.003+02:00</published><updated>2011-05-06T18:43:49.434+02:00</updated><title type='text'>»Die Akademie müsste sich auflösen wegen kollektiver Blödheit«</title><content type='html'>ich muß immer wieder nochmal herzlich lachen über diesen text, so unverfroren respektlos ehrlich rechtschaffend empört, so schonunglos undiplomatisch wahr ist er. warum steht das so in keiner zeitung, warum sagt das niemand sonst mal so offen. man muß suchsland danken, für das vergnügen, für die wahrheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Wildcard-Gemauschel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle Jahre wieder ändern sich die Nominierungs-Verfahrens-Regeln beim Bundesfilmpreis – besser wird nichts. Ein Rückblick.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klar: Einer wird gewinnen. Aber nicht irgendwer bitteschön.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann von den Filmkritikern wirklich eine Menge lernen. Aber bitte nicht gerade, jedes Jahr die Verfahren zu ändern, wie beim »Preis der Deutschen Filmkritik«. Das Ergebnis, über das wir an dieser Stelle schamhaft geschwiegen haben, war der Kritikergeneralversammlung auf der letzten Berlinale immerhin (und sehr zu Recht!!!) derart peinlich, dass man prompt – zum vierten Mal in acht Jahren – das Vergabeverfahren änderte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt jedes Jahr wieder Menschen, die sich von der Vornominierung unter die »besten 20 Spielfilme« des Jahrgangs derart blenden lassen, dass sie den kleinen Finger für die Hand nehmen, und ernsthaft glauben, sie hätten eine seriöse Preischance. Diesmal allerdings – ausgerechnet in einem der schwächsten deutschen Filmjahre seit langem –, kam überhaupt keiner der kleinen frechen Independent-Filme durch, die in den vergangenen Jahren immer unter den Endnominierten aufgetaucht sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Filmpreis-Abstimmungsprozedere der Vorjahre war so angelegt, dass man einfach sechs Filme ankreuzen musste, die nominiert werden sollten. Da schaffte es immer Halbkunst wie in diesem Jahr der Tom Tykwer-Film Drei, aber kaum echter Mainstream-Blödsinn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Jahr wurde nun alles anders.... Es gab wieder ein ganz neues Auszählungsverfahren, das angeblich noch gerechter und noch besser wäre, gerade für kleine Filme. Von wegen: Denn nun wählt man keine Filme mehr aus, sondern vergibt »Zensuren«: Für »schlecht« einen Punkt, für »gut« fünf Punkte. So wurde dann aus den Voten, die man für jeden vornominierten Film abgab, ein Mittelwert errechnet. Mit dem Ergebnis: Der Filmpreis funktioniert wie jeder Publikumspreis bei einem Festival, der schönes braves Mittelmaß auszeichnet. Wer mit seinem Film nicht aneckt, bekommt die Nominierung, aber bitte nicht kontrovers sein oder schwierig, sonst gibt es schlechte Noten. Am besten man hat einen großen Etat, schöne Werbung und hatte gerade erst bei der Berlinale Premiere, dann kommt man weiter. Und natürlich auch dann, wenn man viele Freunde und Mitglieder aus dem eigenen Team in der Filmakademie hat – die votieren dann nämlich brav für alle anderen Filmen mit einer schlechten Note ab... man gibt sich also selber den Preis: je 250.000 Euro Nominierungsprämie aus dem Haushalt des BKM, der sogenannten Branche zur Selbstbedienung überlassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für zusätzliches Chaos und Unfairness sorgt die sogenannte Wildcard-Regelung, die Möglichkeit, am gängigen Auswahlverfahren vorbei Filme in die Nominierungsliste zu hieven. In diesem Jahr zeigte sich das am Beispiel des Films Der ganz grosse Traum. Eine hundsmiserable, peinlich gemachte Scheiße, die völlig zu recht an der Kinokasse floppte, und ebenso völlig zurecht von der Akademie in keiner Kategorie vornominiert wurde. Der aber einen starken Verleih hinter sich hat: Senator, bei dem man sich schon lange fragt, warum sie immer noch am Tropf der Filmförderung weitervegetieren dürfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anatol Nitschke, Ex-Punk und Ex-Werkstattkinomacher, der heute einer Firma mit dem hübsch sprechenden Namen »deutschfilm«, die eigentlich Senator gehört, die eigentlich irgendwelchen Heuschreckeninvestmentfonds in Übersee gehört, zog eine Wildcard für den Film: Das ist sein gutes Recht. Weniger guter Stil ist es allerdings, die Konkurrenz zu beschimpfen, und die Akademie gleich mit: Man habe wohl ein »Problem mit populären Filmen«, grantelte er. Das ist schon deswegen eine selten dumme Bemerkung, weil Der ganz grosse Traum keineswegs ein »populärer Film« ist: In zwei Wochen bekam man nur 100.000 Zuschauer, und verdiente nur 626.837 Euro. Für einen Film mit Daniel Brühl extrem schwach, bei 5,5 Millionen Euro Produktionskosten das übliche Senator-Maß: eine Katastrophe. Aber die Filmförderung zahlt es ja.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ist die Akademie wie ein Hund, der wenn man ihn tritt, winselt und Unterwerfungsgesten zeigt. So konnten Nitschke und sein Film trotzdem in die Kiste der DVDs kommen und von den Mitgliedern auf den Abstimmzettel geschrieben werden. Dummerweise hatte die Akademie überdies vergessen, ihr Verfahren anzugleichen: Wenn nämlich nach Zensuren für alle abgestimmt wird, dann hat natürlich ein Film, der sich gar nicht im normalen Verfahren befindet, den Vorteil, dass nur die vielen Freunde und »Verpflichteten« von Senator die Wildcard-Spalte mit diesem Film besetzen und natürlich dann immer nur gute Zensuren vergeben. Weil ja niemand einem Film, der gar nicht auf der Liste steht, und auch gar nicht angesehen werden muss, freiwillig eine schlechte Note gibt – wozu auch, er ist ja nicht vorausgewählt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So zog Der ganz grosse Traum in mehreren Kategorien an anderen vornominierten Filmen vorbei – und Senator reibt sich die Hände über 250.000 Euro Staatsknete. Der Höhepunkt ist, dass sich Burghardt Klausner, nebenbei ein Hauptdarsteller von Der ganz grosse Traum, auch noch entblödet hat, nach der Nominierung zu sagen, er freue sich für den Film, weil es ja ein Außenseiter-Film sei!!! Ein Außenseiter, der 5,5 Millionen Euro gekostet hat. Klausner sagt allerdings nicht, dass er als Mitglied des Vorstandes der Filmakademie diese dumme Ausnahmeregelung auch noch aktiv mitbestimmt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was kann man dagegen tun? Viele deutsche Produzenten finden die ganze Abstimmung und alles Drumherum auch zum Kotzen. Sie sind aber zu müde, um gegen den Koloss Akademie vorzugehen... »Eigentlich müsste die Akademie sich auflösen wegen kollektiver Blödheit«, sagte ein Filmemacher, der naturgemäß ungenannt bleiben wollte. Früher hieß es noch, man wolle die Akademie von innen verändern. Aber wie will man Iris Berben von innen her ändern? Die Akademie ist für viele Mitglieder eigentlich nur dazu da, dass sie eine schöne Sammlung an DVDs besitzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es bleibt eigentlich nur, eine zweite Akademie, eine »Indie-Akademie« zu gründen und dann auch einen Batzen Geld vom BKM zu fordern. Oder das Ganze einmal gerichtlich prüfen zu lassen: Wie geht es, dass Staatsgelder, die laut Definition für Kunst und Kultur ausgegeben werden sollen, von einem Privatverein an sich selber vergeben werden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rüdiger Suchsland&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-4673180807704278165?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/4673180807704278165/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2011/05/die-akademie-musste-sich-auflosen-wegen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/4673180807704278165'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/4673180807704278165'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2011/05/die-akademie-musste-sich-auflosen-wegen.html' title='»Die Akademie müsste sich auflösen wegen kollektiver Blödheit«'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-1059084334626015018</id><published>2011-04-28T09:40:00.001+02:00</published><updated>2011-04-28T09:42:28.781+02:00</updated><title type='text'>DOG FOR SALE</title><content type='html'>A guy is driving around the back woods of Montana and he sees a sign in front of a broken down shanty-style house: "Talking Dog For Sale".  He rings the bell and the owner appears and tells him the dog is in the backyard.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The guy goes into the backyard and sees a nice looking Labrador Retriever sitting there.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"You talk?" he asks.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Yep," the Lab replies.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;After the guy recovers from the shock of hearing a dog talk, he says "So, what's your story?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The  Lab looks up at the guy and says: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Well, I discovered that I could talk when I was pretty young. I wanted to help the government, so I told the CIA. In no time at all they had me jetting from country to country, sitting in rooms with spies and world leaders, because no one figured a dog would be eavesdropping.  I  was one of their most valuable spies for eight years running."  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"But then, the jetting around really tired me out, and I knew I wasn't getting any younger so I decided to settle down. I signed up for a job at the airport to do some undercover security, wandering near suspicious characters and listening in. I uncovered some incredible dealings and was awarded a batch of medals.  I got married, had a mess of puppies, and now I'm just retired."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The guy is amazed. He goes back in and asks the owner what he wants for the dog.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ten dollars," the guy says.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ten dollars? This dog is amazing! Why on earth are you selling him so cheap?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Because he's a liar. He never did any of that shit."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-1059084334626015018?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/1059084334626015018/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2011/04/dog-for-sale.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/1059084334626015018'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/1059084334626015018'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2011/04/dog-for-sale.html' title='DOG FOR SALE'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-6157269172597887889</id><published>2010-09-26T00:21:00.003+02:00</published><updated>2010-10-02T11:28:52.224+02:00</updated><title type='text'>WAS ICH VON MEINER FRAU, MEINEM HUND, MEINER SCHWESTER, MEINEM NEFFEN, MEINEM SCHWAGER UND EIN PAAR ANDEREN LEUTEN GELERNT HABE... (UND WAS NICHT)</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Episode 1 - Grenzen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine großartige, wunderbare Ehefrau ist in Nordostwestfalen geboren und aufgewachsen. Aber manchmal beschleicht mich der Verdacht, sie ist in Wahrheit Asiatin. Worauf äußerlich nicht das Geringste hinweist. Und ihre Mutter, eine katholischen Bauersfrau in x-ter Generation, ist der letzte Mensch auf Erden, bei dem man sich eine verborgene Liebschaft mit einem Asiaten vorstellen könnte. (Obwohl... „Brief Encounter“...? Am Düsseldorfer Bahnhof...? Nein, unvorstellbar.) Aber dennoch: Celia* ist quasi immer freundlich zu allen und sagt so gut wie nie nein zu etwas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin eigentlich auch immer freundlich zu allen Menschen. Ich bin Löwe, das gebietet mir also allein die Ehre, der Stolz, der gute Stil. Vor rund 25 Jahren schrieb mir ein Amerikaner in mein Adreßbuch: „In the art of making friends, you can write the book“. Aber wenn ich merke, daß meine Freundlichkeit und mein Respekt nicht erwidert werden, gar mißbraucht werden, ist es auch schnell mal vorbei mit Mr. Nice. Im Beruflichen halte ich es nach zahlreichen einschlägigen Erfahrungen mit Stanley Kubrick, der sagte: „I don’t trust anyone who isn’t willing to put it in writing“. Und tatsächlich zeigt sich meist schnell, daß Freundlichkeit, die Simulation von Freundschaft, mit Verve vorgetragene Beschwörungen von Respekt, Vertrauen etc. oft leider gerade das Gegenteil bedeuten: Je mehr sich der Vortragende auf hehre Ideale beruft, desto weniger ist er oder sie imstande, diese auch tatsächlich zu praktizieren. Da wird übermäßig zur Schau gestellte Freundlichkeit vielmehr zum Indiz für Durchtriebenheit, zur Aufforderung zur Vorsichtigkeit, das sprichwörtliche Fingerzählen nach dem Händedruck.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun, um im Bild zu bleiben, zu meinem immer wieder maßlosen Erstaunen lächelt meine Frau oft ihr Gegenüber auch dann noch an, wenn sie bereits einen Finger weniger hat. Der Eroberer des kleinen Fingers lächelt freudig zurück und macht sich schnellstens an den Rest der Hand, den Arm, den Rumpf. Und Celia* bleibt freundlich... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während das Phänomen im beruflichen Kontext allgemein anerkannt ist, in Erweiterung von „In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt“ wird fürs Geschäft angenommen, daß jede/r sich eben selbst der oder die Nächste ist (oder, bezogen auf den jeweiligen Brötchengeber, zumal wenn dieser vermeintlich Bedeutung und Macht verleiht, daß das jeweilige Ziel eben moralische Bedenken nicht erlaubt), ist es im Privaten verzwickter: Wer unterstellt schon gern dem Freund , der Freundin, Cousin oder Cousine, Mutter oder Vater, Schwester oder Bruder unlautere Beweggründe für lächelnd kaschierte Vorteilnahme. Aber als jemand, der sensibel für die feinen Modulationen von Reaktionen, Motivationen und anderen menschlichen Austausch ist, fällt mir doch nicht selten auf, daß nicht nur im Business, sondern auch im privaten zwischenmenschlichen Bereich nicht alles Gold ist, was glänzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer Celia* um einen Gefallen bittet, kann sich relativ sicher sein, daß das Gesuch gewährt wird. Die Frage, ob das Anliegen angemessen ist, stellt sie sich wenn überhaupt erst nach der Zusage. Als Ehemann bekommt man nun innerste Dialoge mit, die anderen Menschen verschlossen bleiben. Nicht nur, daß die spätere Frage nach der Machbarkeit eines Gefallens Schwierigkeiten aufwerfen kann (z.B. wenn es um Zeit oder Geld geht), auch weitergehende Überlegungen finden durchaus statt: Hat der oder die Fragende eigentlich auch schon einmal einen solchen Gefallen angeboten oder gar geleistet? Wird das jemals passieren? Gab es eine Alternative? Könnte sich die betreffende Person nicht eigentlich auch selbst helfen? Oder war und ist es einfach am einfachsten die Person zu fragen, bei der man weiß oder auch instinktiv spürt, daß diese eh quasi zu allem ja sagt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht selten wird aus einem Gefallen ein Gewohnheitsrecht: Es wird sich schnell daran gewöhnt, daß es da jemanden gibt, der bzw. die immer zur Stelle ist. Wohlwollen, Entgegenkommen, Flexibilität, Zeit, Geld werden nach einiger Zeit nicht mehr als Ausnahme, sondern als Regel wahrgenommen. Es fängt mit kleinen Dingen an: Z.Bsp., wo verabredet man sich? Beim zweiten oder dritten Mal, bei dem die Wahl auf einen Ort um die Ecke der anderen Person fällt (trotz eigener zeitintensiver Nahverkehr-Anfahrt, während die andere Person ein Auto vor der Tür stehen hat), auf ein teures Restaurant in Erwartung einer Einladung, die Zeit ohne Rückfrage festgelegt wird, die Rede dann nur von den Themen der anderen Person ist, leuchten die Warnsignale: Das ist keine Freundschaft, das ist eine einseitige Veranstaltung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Celia* hat viel Zeit und Geld in solche privaten wie beruflichen Mißverständnisse investiert. Kam es jedoch zu der Situation, in der ihre Zeit oder ihr Geld, ihre Geduld, ihre Fähigkeit zur Einseitigkeit erschöpft waren, und vermeintliche Freunde sich dann ohne Verzug als die rücksichtlosen narzißtischen Egoisten entpuppten, die sie waren oder sind, waren Fassungslosigkeit und Schmerz bei meiner großherzigen Celia* groß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ist es andererseits bei mir so, daß ich im Gegenteil meinem Gegenüber relativ schnell signalisiere, wenn ich etwas &lt;span style="font-style:italic;"&gt;out of line&lt;/span&gt; finde. Beruflich, indem ich Kubrick folge und um schriftliche Fixierung von Abmachungen bitte, privat indem ich anspreche, wenn ich etwas unverhältnismäßig finde. Da ist das Entsetzen oft groß: Unterstellung und Mißtrauen einerseits, Bequemlichkeit und Faulheit andererseits, die Liste der offenen und versteckten Vorwürfe ist lang. Ich will nur nicht ausgenutzt, betuppt, übervorteilt werden – also zumindest nicht ohne meine implizite oder explizite Zustimmung (die ja durchaus mal gegeben werden kann, wenn es nötig oder sinnvoll ist).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also stellt sich die Frage, wer kommt eigentlich besser klar? Celia*, die durch ihr ‚asiatisches‘ Procedere zunächst weniger Umständlichkeiten hat, hinten heraus aber so einiges zu schlucken hat, oder ich, dessen Gegenwehr schon mal frühzeitig Dinge erschweren kann, dafür habe ich aber seltener das Gefühl, mich um Sachen oder Leute bemüht zu haben, die eh nie vorhatten, fair damit umzugehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Behavioristen würden sagen, das meiste ist eh ein Deal, auch Freundlichkeit, Freundschaft, Zuvorkommen, Gefallen sind Austauschgeschäfte, wir handeln ständig miteinander. Ich meine, unser überzüchtetes Homo-sapiens-Gehirn ist groß genug, die Unterschiede wahrzunehmen, zu differenzieren, und nicht wahllos Leute zu belästigen, zu fordern, zu nehmen, ohne auch geben zu wollen (oder zu können) oder zumindest den Anstand zu besitzen, es nicht zu übertreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Celia* ist beliebter als ich, ein allseits gefragter Sonnenschein. Aber sie leidet unter den Konsequenzen, in denen sie sich nicht selten zerreißt und nicht genug auf ihre eigenen Bedürfnisse achtet. Ich bin konsequenter. Und leide unter  den Enttäuschungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was man von einer Wassermann-Geborenen wie Celia* lernen kann, und das gilt auch für die männliche Variante dieses überdurchschnittlich angenehmen, verträglichen Zeichens, ist enorm viel Offenheit, Entgegenkommen, Toleranz, idealistisches Denken, unerschöpflicher Glaube an das Gute im Menschen. Aber eben auch die zahlreicheren Fehlschläge, Sackgassen, Verletzungen aufgrund dieser Strategie. So einer wie ich, ein ‚harter Bursche‘, mit zuviel Stolz, zuviel Bestehen auf Stil, Anstand, Gerechtigkeit, vermeidet so manche bewußte oder unbewußte, intendierte oder gedankenlose Verarschung, stößt aber dabei eben manchmal auch auf verschärfte Abwehr, Ablehnung, Verweigerung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also: Seid freundlich und mehret Euch. Man kann viel erreichen und weit kommen mit einem Lächeln, mit Geduld, mit Hilfsbereitschaft. Aber man kann auch ausgenutzt werden. Man sollte die Reißlinie ziehen, wenn sich hinter dem Lächeln ein ungutes Gefühl meldet. Meist hat das Gefühl recht, dann heißt es wachsam sein... Glaube ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*Name geändert&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-6157269172597887889?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/6157269172597887889/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/09/was-ich-von-meiner-frau-meinem-hund.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/6157269172597887889'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/6157269172597887889'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/09/was-ich-von-meiner-frau-meinem-hund.html' title='WAS ICH VON MEINER FRAU, MEINEM HUND, MEINER SCHWESTER, MEINEM NEFFEN, MEINEM SCHWAGER UND EIN PAAR ANDEREN LEUTEN GELERNT HABE... (UND WAS NICHT)'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-188971601223399739</id><published>2010-07-10T18:02:00.003+02:00</published><updated>2010-07-10T18:06:04.993+02:00</updated><title type='text'>Die unbequeme Religion</title><content type='html'>Ein entscheidender Unterschied zwischen der Bibel und dem Koran ist, daß während die meisten Christen die Bibel als Geschichtensammlung wahrnehmen, der Islam den Koran weitestgehend als das wahre Wort Gottes ansieht.&lt;br /&gt;  &lt;br /&gt;Konkrete Lebensregeln zum Beten, Waschen, dem Umgang mit Geld, der Ausübung des Glaubens und vielem mehr machen es derweil nicht leicht, Moslem zu sein. Leicht macht es sich das Christentum mit der Ausgrenzung des Islam. Der Hadith „Die Meinungsverschiedenheit in meiner Gemeinde ist ein Zeichen göttlicher Barmherzigkeit“ spricht eine andere Sprache, wie auch die Sure „Kein Zwang im Glauben“ ein deutlich friedlicheres Bild dieser Religion vermittelt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während Christen Moslems in der Geschichte überwiegend im besten Fall vertrieben, im schlechteren schlachteten, kamen die Christen (und Juden und Hindus) unter den Moslems mit einer Steuer davon und konnten ansonsten ihrem Leben und ihrer Religion weitestgehend unbehindert nachgehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Islam hat eindeutig mehr Respekt vor der Bibel, vor jeder heiligen Schrift, als es umgekehrt dem Koran gegenüber der Fall ist. Zum Hikam des Ibn Ataullah „Ein Zeichen dafür daß Gott dich irgendwohin gestellt hat ist, daß er dich dort bleiben läßt und du gute Frucht bringst“ ist in seiner Schönheit und Poesie, und seiner friedlichen, toleranten Weichheit, der berührenden Einheit aus Gedanke und Sprache, in der Bibel kaum eine vergleichbar beeindruckende Formulierung zu finden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ist klar, was das Gegenargument ist: ja der Gihad! Der Glaubenskrieg, der heilige Krieg. Doch was bedeutet das Wort wirklich? Der Krieg ist ein Kampf. Eine Anstrengung um den Glauben. Um den eigenen (nämlich „sich so sehr anzustrengen, wie es einem möglich ist“). Viele auch moderne Moslems fasten. Und das ist ein Kampf. Ein Kampf mit sich selbst. In dem man sich bemüht, zu sich zu kommen. Alle anderen Auslegungen deckt der Koran selbst explizit nicht, der ja Mohammed (in den direkten Worten Gottes) als „Barmherzigkeit der Welten“ beschreibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bedenkt man die unzähligen Greueltaten, die in der Geschichte im und mit Duldung des Christentums erfolgten – von der Inquisition über die Kreuzzüge bis zum Holocaust und Kindesmißhandlungen, dann relativiert sich einiges: Fehlgeleitete, so verurteilenswert sie immer sind, egal wann und wo, gibt es eben überall, sie sind kein Monopol einer einzigen Religion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und auch was das Verhältnis zu Frauen angeht, stehen sich die beiden Religionen ja in wenig nach: der römisch-katholische, der orthodoxe, der mormonische Umgang mit Frauen macht ebenfalls nicht gerade Werbung für die jeweilige Auslegung der Dinge, ist ebenso gefangen in atavistischem, anachronistischem Verständnis einer vormittelalterlichen Zeit, wie es leider Teile des Islam eben auch noch sind.  Aber wer hat da auf wen mit dem Finger zu zeigen, bevor er erst mal im eigenen Laden aufräumt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch der Islam war und ist bemüht, gewisse Unstimmigkeiten zwischen seinen historischen Ursprüngen und der Neuzeit zu überwinden: so z.B. schon im 9. Jhd. Al-Asari, 100 Jahre später Al-Biruni, gefolgt von Ibn Tufail und Ibn Rusd, im Mittelalter Ibn Arabi und Ibn Khaldun und vor allem Ibn Taimiyya, bis hin zu Muhammad Abdul Wahhab und Sah Waliullah im 18. Jhd., dem großen Panislamisten Gamaluddin Afghani, in Indien Muhammad Iqbal, Sir Sayyid und Syed Ameer Ali, in der Türkei u.a. Ziya Gökalp, und im 20. Jhd. v.a. die Ägypter.       &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es waren und sind die Imame (oder Kalifen), nicht der Koran, die es mancherorts schwer machten und machen, Glaube und Realität in Einklang zu bringen. Wie in der katholischen Nomenklatur sind es die Würdenträger mit der vermeintlichen Deutungshoheit, die den Glaubenden das Leben schwer machen, nicht die Botschaft, die Praxis des Glaubens selbst.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gottesdefinition im Hadith Qudsi (eines zudem unfertigen, werdenden Gottes) „Ich war ein verborgener Schatz und wünschte erkannt zu werden, so erschuf ich die Welt“ ist von rührender Schönheit und zeigt auf, worum es im Islam im Kern geht: Den Schatz der Erkenntnis in sich zu suchen, sich ihm anzunähern – durch Arbeit an sich selbst . Das ist ein Kampf, ein ‚Krieg‘, der tägliche Gihad, der den Glauben unbequem, weil fordernd macht. Und davor kann man viel Respekt haben meine ich. Es wäre an der Zeit, damit zu beginnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;P.S.: Was jetzt nicht heißen soll, daß all das Getümmele zwischen Sunniten, Schiiten, Sufisten, Wahhabiten, Hanbaliten, Murgiten etc. etc. dem Weltfrieden förderlich war oder ist – aber auch hier: Der Umgang mit der Bruderreligion Islam etwa hierzulande, in der Schweiz, in Belgien, auf dem Balkan oder in Israel bzw. Palästina ist auch nicht hilfreich. Denkt man z.B. an Spielchen wie die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses im Hickhack mit Orthodoxie und Römisch-Katholisch (und dem Islam), nehmen sich die Christen offenbar wenig, was Zersplitterung, Abgrenzung und Streitfreudigkeit angeht, ganz zu schweigen von den kirchlichen Unsinnigkeiten in den USA untereinander... oder, weltweit verzweigt, z.B. die Eigentümlichkeiten von Kongregationalisten, Neuapostolen, Ernsten, Vereinigern, Unitariern. Und um die dritte große Gottesreligion hier nicht aus der Verantwortung zu entlassen, etwa den nationalreligiösen Rabbi Mordechai Elon, der sich bei seinen Jeschivastudenten zugleich als haßschürender Agitator und Halacha-Gleisner hervortut, oder die ultraorthodoxen jüdischen Siedler im Westjordanland, die sefardischen Mädchen den Zugang zur Schule verweigern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich würde es mit Wasil Ibn Ata und den Qadariten halten: also sinngemäß, bitte, die Welt ist bunt!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-188971601223399739?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/188971601223399739/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/07/die-unbequeme-religion.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/188971601223399739'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/188971601223399739'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/07/die-unbequeme-religion.html' title='Die unbequeme Religion'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-3198844676466366909</id><published>2010-06-18T07:55:00.002+02:00</published><updated>2010-06-18T07:57:11.625+02:00</updated><title type='text'>Mütterliche Schlampen und gestörte Burschen</title><content type='html'>Es ist immer interessant, und oft aufschlußreich, sich nach langer Zeit mal wieder einen Film anzuschauen, der einen seinerzeit, als man deutlich jünger war, beeindruckt hat -- zumal, wenn es sich um ein Werk handelt, daß auch bei vielen anderen Leuten Teil des kollektiven Bewußtseins und wiederkehrender Referenzpunkt ist...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor allem die Frage, was da eigentlich so hängengeblieben ist, was so beeindruckt, möglicherweise gar geprägt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nehmen wir Sergio Leones „Once Upon A Time In The West“: Tolle Bilder, spannende Story, coole Jungens, und natürlich die Musik. Interessant zunächst – nachdem man mittlerweile mal vor Ort war –  wie oft man durch, vor, neben ein paar Felsen, immer den gleichen Türmen des Monument Valley, mit der Kutsche, zu Pferd, mit dem Zug und zu Fuß durchs Bild huschen kann. Und Harmonica, Frank und Cheyenne sind immer noch coole Burschen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber, was jetzt auffällt: die Jungs sind auch alle komplett gestört. Einsam, sprachbehindert, zwanghaft brutal. Und sie haben alle ein Problem mit Frauen, mit Liebe, mit Sexualität. Claudia Cardinale schmachtet regelmäßig in die Kamera, als sei ständig ein Blowjob in Aussicht – klar, sie ist ja auch eine Hure. In die sich natürlich alle verlieben. Und sie ist so dauergeil, daß selbst der Mörder ihres Mannes sie sofort in ekstatisch-nymphomanische Zustände versetzt, sobald er sie anfaßt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und auch der gute Harmonica muß sie erst mal erniedrigen, ihr die Klamotten zerreißen, damit sie ihre formidablen Brüste in die Kamera halten kann.&lt;br /&gt;Was für ein Frauenbild: Dauergeil, alles verzeihend, alles verstehend, immer nach einem Mann schmachtend, der es ihr richtig besorgt. (Denn außer Harmonica, Frank und Cheyenne sind alle anderen Männer Dummköpfe, Feiglinge, Witzfiguren oder Krüppel.) Und die Männer, die es ihr besorgen dürften, haben aber alle einen Grund, es nicht zu tun: Zu böse, zu gut, oder leider schon eine Kugel im Leib.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In „Once Upon A Time In America“ wird’s dann noch doller: Liebe führt zu Vergewaltigung, nur so kann der leidende Mann sich ausdrücken. Und es wird ihm verziehen. Denn verständige Frauen sehen das so wie Claudia Cardinale es zu Cheyenne sagt: „Du kannst mich hier auf dem Tisch nehmen. Du kannst alle deine Männer reinholen. Davon ist noch keine Frau gestorben. Ich wasche mich hinterher.“ Sehr pragmatisch. Ist ja auch nicht so schlimm, denn in Wahrheit erinnert sie Cheyenne an seine Mutter, „die dreckigste Hure und großartigste Frau von allen“. Na dann ist ja alles gut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erdacht und geschrieben ist das wohl gemerkt alles von Männern: Story Argento, Bertolucci, Leone, Drehbuch Leone und Donati. Sorry, bei allem Respekt, ziemlich kranke offenbar Dauerpubertierende mit schweren Störungen. Club Polanski sozusagen.&lt;br /&gt;Das also ist eines der prägenden Filmkunstwerke unserer Generation. Hm...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider fällt einem dann auf, daß in so manchem coolen Kultfilm von Epigonen der genannten Herren ein ähnlich horrendes Frauenbild vorherrscht: „The Godfather“, „Total Recall“, „Heat“ – im besten Fall sind die Frauen Beiwerk, eindimensionale Püppchen oder brave Ehefrauen, bei Paul Verhoeven sind sie zu beseitigende Ärgernisse („Consider this a divorce“!), „Showgirls“ eben. Man nimmt sie wie bei Bertolucci am besten stehend von hinten, wie auch Jill Bain Frank den Hintern hinhält, nachdem sie ihm erklärt hat, sie sei zu allem bereit... Alles, außer Sex auf Augenhöhe, nicht daß zuviel Intimität entsteht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Frauenbild eines Mannes ist Teil seines Männerbildes. Und das Verhältnis zu und die Darstellung von Frauen bei Leone, Bertolucci, Verhoeven, Coppola, Mann ist Teil eines Gesellschaftsbildes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst beim sonst misogyn unverdächtigen George Lucas ist die große einzige Liebe von Luke Skywalker seine Schwester, und somit tabu. Und auch alle anderen Frauen sind asexuell: Mütter oder Soldaten, Madonnen oder Kampfkameraden. Weibliche Jediritter oder Ratsmitglieder? Fehlanzeige.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwie ganz schön scary das Ganze.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(P.S.: Bei Spielberg gibt es dreidimensionale, handelnde, partizipierende, physisch uneingeschränkt ebenbürtig wahrgenommene Frauen. Der gute alte Steven. New Hollywood he ain’t. Eben mehr Capra als Ford. Und Ridley Scott kann echte Frauen. Eben mehr Zinnemann als Peckinpah. Also es geht auch anders...)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-3198844676466366909?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/3198844676466366909/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/06/mutterliche-schlampen-und-gestorte.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/3198844676466366909'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/3198844676466366909'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/06/mutterliche-schlampen-und-gestorte.html' title='Mütterliche Schlampen und gestörte Burschen'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-3341640133243189252</id><published>2010-05-16T15:41:00.000+02:00</published><updated>2010-05-16T15:47:40.172+02:00</updated><title type='text'>23. Mai 2001</title><content type='html'>Es gab natürlich keine Karten mehr. Es war kein Moment für Scham, und es hat geklappt... zwei Karten lagen im Mailänder Büro von AC Milan bereit. Flüge gab es nur noch bis München. Also Auto. &lt;em&gt;San Siro&lt;/em&gt;: Gänsehaut! Rechts neben uns der Valencia-Block. Und wir hatten das Gefühl, das gewinnen wir nicht... Verlängerung, Elfmeterschießen – und Kahn hält!! Gratulation von den Spaniern. Das vergißt man sein Leben nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und zurück. Übernachtung irgendwo im Tessin – nicht zu lang, denn der Marienplatz wartet!  Rumgerenne in der Münchner Innenstadt, dann die Ansage „Die sind im Tal!“. Der Konvoi! Und Effe abgeklatscht! Herrlich! Der Moment, in dem Männer weinen dürfen. Das vergißt man sein Leben nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann ging Effe. Dann Liza. Jerry. Mehmet. Willy. Dann Rummenigge  mit seinem „Fußball ist keine Mathematik“. Schlimm. Dann Klinsmann. Noch schlimmer. Und ich bin ausgetreten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und der gute Freund, mit dem ich in Mailand war, ist mir derweil leider auch noch abhanden gekommen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Seitdem ich verheiratet bin, gucke ich öfter zu Hause. Und ärgere mich über die Sky-Abzocke. Und den unsäglichen Spielplan, bei dem ich von Freitagabend bis Sonntagabend nach der Tagesschau warten muß, bis die Tabelle des Spieltags endlich feststeht. Und manchmal muß ich auf Verwandtschaftsbesuch sogar &lt;em&gt;Sportschau&lt;/em&gt; gucken! Konserve zugestopft mit soviel Werbung wie nur geht, und immer das Topspiel als letztes, auch so ein Ärgernis (außer bei den Hofer Filmtagen im Hinterzimmer im Hotel Strauß, das ist das natürlich liebgewordene Tradition, inklusive garantierter Bayern-Schelte).    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Derweil dachte ich also, na ja, die großen Tage des Fußball in meinem Leben sind halt vorbei... alle Großen sind in Rente, der Uli sitzt nicht mehr auf der Bank, Hitzfeld schiebt jetzt die verdiente ruhige Kugel, Marcel Reif les ich eh eben sonntags in Ruhe im Tagesspiegel, und sowieso ist der Fußball ja mittlerweile so durchkommerzialisiert, seelenlos, nur noch auf Trikotverkauf, Sponsoring, Werbung, Kohle aus... die Welt ist halt eine andere geworden seit 2001. (2001! &lt;em&gt;Nine Eleven!&lt;/em&gt; &lt;em&gt;Coincidence&lt;/em&gt;.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und jetzt das Triple möglich. Erinnerungen. Fanfieber. Emotionen. Gänsehaut. Ja, Robben ist auch ein geiler Spieler. Ribery kann schon auch was. Lahm, Olic, Müller, Altintop, Schweini, alles auch Typen. Und Mourinho, Eto’o, Snejder, Materazzi, Zanetti, Chivu, Motta ehrenwerte Gegner. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist doch eigentlich echt schön alles. Und alle neun Jahre wäre ja noch circa fünfmal, wenn alles gut geht... Also den Schal wieder raus, Daumen gedrückt, „Stern des Südens“ einlegen – das immerhin eine Konstante. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles eigentlich wie immer. Gut so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;P.S.: Verursacht hat diese Emotionalität der schöne Blog Lizas Welt &lt;a href="http://www.lizaswelt.net/"&gt;http://www.lizaswelt.net/&lt;/a&gt;, mit „Keeping the Dream Alive“ und diesem wunderschönen, tränentreibenden Clip: &lt;a href="http://tinypic.com/player.php?v=rk3k1z&amp;s=5"&gt;http://tinypic.com/player.php?v=rk3k1z&amp;s=5&lt;/a&gt;. Danke!&lt;/em&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-3341640133243189252?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/3341640133243189252/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/05/23-mai-2001.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/3341640133243189252'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/3341640133243189252'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/05/23-mai-2001.html' title='23. Mai 2001'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-8808907076099145234</id><published>2010-05-09T16:36:00.000+02:00</published><updated>2010-05-09T16:43:02.068+02:00</updated><title type='text'>Entschuldigung, Griechenland!</title><content type='html'>Wenn Politiker aller &lt;em&gt;Couleur&lt;/em&gt;, von CDU, CSU, FPD, SPD, Grünen und Linken – darunter so illustre wie sonst wenig harmonisierende Namen wie Christian Ströbele und Peter Gauweiler, sich in einer Sache einig sind, kann man wohl davon ausgehen, dass da etwas dran sein muss…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wenn gleichzeitig Spiegel, Focus und Bild, also rund drei Viertel der deutschen Meinungsmache &lt;em&gt;across the board&lt;/em&gt;, sich in obszön-platter Stimmungshysterisierung üben, darf man wohl kollektive Verunsicherung vermuten…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die Einführung des Euro war das Argument der Vereinigung Europas von großer Bedeutung, nicht zuletzt um den vor allem enormen wirtschaftlichen Nutzen der Einheitswährung für bestimmte Kernländer in der Wahrnehmung aller betroffenen Bürger nicht zu sehr in den Vordergrund treten zu lassen. Und dieser ökonomische Vorteil für die Reichen unter den Euro-Fans würde natürlich wachsen mit der Anzahl der integrierten Märkte in der neuen grenzenlosen Handelszone. Schließlich würden es insbesondere die Mitglieder der Eurozone sein, die noch Konsumbedarf hatten, die die Geschäfte derer ankurbeln würden, die dieses Konsuminteresse bedienen konnten – ein bereits mit der Wiedervereinigung praktiziertes Prinzip, also in Deutschland gut bekannt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Griechenland erfüllte all diese Kriterien. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun wird gejammert, man sei auf’s Kreuz gelegt worden, ‚die Griechen‘ hätten gelogen und betrogen. Derweil sie fleißig konsumiert haben – Waren, Güter, Dienstleistungen, Kredite etc., aus Mitteleuropa, darunter viele schöne teure Autos, Baustoffe, Panzer, Parfüms, Versicherungen, etc. etc. deutscher Anbieter. Im großen Stil.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Griechenland damit heftig über seine Verhältnisse lebte, fiel in neun Jahren außerhalb des Landes offenbar nicht sonderlich auf. Genau so wenig wie bei z.B. den deutschen Landesbanken oder der Hypo Real Estate, direkt unter Augen deutscher Politiker, Banker, Journalisten. Bis es so doll wurde, dass man nicht mehr wegschauen konnte. Und es zu spät war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also was tun? Na, das Gleiche wie bei den Banken: Nicht etwa die Verrückten (mal freundlich formuliert) zur Kasse bitten, die den Karren in den Dreck bugsiert haben – sondern die, die sich nicht wehren können: die einfachen Steuerzahler, ‚der kleine Mann‘, hüben wie drüben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun werden ‚die Griechen‘ &lt;em&gt;in toto&lt;/em&gt; an den Pranger gestellt, die angeblich im Milch- und Honig-Land leben, wahnsinnig viel verdienen, wahnsinnige Renten beziehen, eigentlich eine ständige Party feiern...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war schon auf einigen Partys in Griechenland. Mit einfachstem Wein aus Plastikflaschen, mit Salat, Kartoffeln und Gemüse, und ein bisschen Fleischbeilage. Dort saß ich mit Lehrern, Ärzten, Architekten zusammen, die von ihrem Gehalt nur leben können, weil sie ihre kleine Wohnung von ihren Eltern geerbt haben und in den Sommerferien Zweitjobs in der Tourismusindustrie haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun sollen die Griechen sparen, um sich zu gesunden. Komisch. Hieß es nicht hierzulande nach der Finanzkrise, Sparen sei der Tod der Wirtschaft und würde zum finalen Kollaps führen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stimmt ja auch nicht, wie die Erfahrung zeigt: Wie in Griechenland wird auch bei uns ökonomisch unterschieden zwischen zwei Bevölkerungsgruppen: denen, die was haben, und denjenigen, die nichts haben. Erstere müssen geschont werden, müssen weiter konsumieren können. Letztere haben eh so wenig, können ja kaum Konsum beitragen zur Konjunktur, dass es ja eigentlich egal ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum der deutsche Volkszorn beim deutlich teureren &lt;em&gt;Bailout&lt;/em&gt; unfähiger und gieriger Banker hierzulande vor 18 Monaten so viel milder ausfiel als nun anlässlich der Rettung eines Landes, das viele Deutsche gern besuchen, eines Volkes von europäischen Mitbürgern – Menschen also, deren Verwandte zahlreich hier vor Ort unter uns sind, deren Vorfahren am Wunder-Aufbau Deutschlands aktiv mitgearbeitet haben, deren Vorgängern wir so viel Kultur zuschreiben, denen wir faktisch fast alles zu verdanken haben, was unsere Kultur, unser Staatswesen, unsere Gemeinschaft ausmacht – da ist mir ein vollkommenes Rätsel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es liegt wohl daran, dass es Ackermann &amp; Co., Merkel, Westerwelle &amp; Co., Springer, Burda &amp; Co. gelingt, mit gezielter Desinformation die Deutschen aufzuwiegeln, den Griechen eine Rosskur zu verordnen, die bei Einführung in Deutschland der Linken wohl die absolute Mehrheit servieren würde. Und dass diese Deutschen dabei vollkommen übersehen, dass es den Griechen nun genau so geht wie den Deutschen in der Bankenkrise: Wirtschaft, Banken und Regierung zocken, ein paar Tausend Leute profitieren, und wenn die Zitrone ausgequetscht ist, nur die Schale bleibt, wird es eben bitter für den Rest. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für diese naive Verführbarkeit, für diese dämliche Ahnungslosigkeit, für diese egoistische Ignoranz in Deutschland entschuldige ich mich bei den zahlreichen Griechen, die zu Recht fassungslos darüber sind, was hier abgeht: Mehr tumbe Vereinfachung war schon lange nicht mehr in Deutschland, und weniger Solidarität mit im gleichen Boot sitzenden Leidensgenossen war selten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich prophezeie mal, in nicht allzu ferner Zukunft, wenn auch hierzulande noch mehr der gross angelegten Verschleierung offenbar wird, wird so mancher Deutsche sich an die protestierenden und demonstrierenden Griechen erinnern. Und dann wohl so manches anders sehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hoffentlich ist es dann auch für ‚die Griechen‘ noch nicht zu spät.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-8808907076099145234?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/8808907076099145234/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/05/entschuldigung-griechenland.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/8808907076099145234'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/8808907076099145234'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/05/entschuldigung-griechenland.html' title='Entschuldigung, Griechenland!'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-8877292444161021223</id><published>2010-05-03T21:15:00.001+02:00</published><updated>2010-05-04T09:50:18.490+02:00</updated><title type='text'>Warum ich überlege Moslem zu werden...</title><content type='html'>Die neue niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan – die erste Besetzung eines Ministerpostens in Deutschland aus den rund drei Millionen Muslimen hierzulande, stetig gewachsen seit den 50er-Jahren –  bat in ihrem Antrittsamtseid um Gottes Hilfe. So wie die meisten ihrer Kollegen vor ihr seit Bestehen der Bundesrepublik das überwiegend auch schon immer so machen... Die Deutsch-Türkin sagte im Hannoveraner Landtag zum Abschluß der Eidesformel „So wahr mir Gott helfe“.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Prompte Reaktion aus den beiden christlichen Kirchen in Deutschland: „Wir Christen sehen schon einen deutlichen Unterschied zwischen unserem Gott und Allah“, so der feinsinnige Sprecher der Hannoverschen Landeskirche zu BILD. Und mit ebenso enormen Fingerspitzengefühl der Kollege vom katholischen Bistum Essen, ebenda: „Theologisch sind der Gott der Christen und der Gott des Islam nicht gleichzusetzen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hallo?!? Wo man grad dachte, schlimmer als in letzter Zeit könne es aus der Kirchen-Gruft  nicht kommen... und dann: ‚Unser Gott ist aber besser!‘ ‚Wir hüten die Wahrheit!‘ „Wir wissen es immer besser!‘ &lt;em&gt;Jabadabaduh&lt;/em&gt;! Ja Gott im Himmel! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es steht einiger anachronistischer, atavistischer Unsinn in der Bibel. Was unter anderem daran liegt, daß leider fast alles, was der Kirche an Zeugnissen über den historischen Jesus nicht paßte, bereits im zweiten Jahrhundert rigoros aussortiert wurde. Die Berichte über das Leben und Wirken von Jesus von z.B. Thomas, Jakobus oder Nikodemus waren für die selbsternannten Statthalter mit sich selbst verliehener Deutungshoheit &lt;em&gt;out of line&lt;/em&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle z.B. griechischen oder ägyptischen Rollen und Papyri, die ein allzu menschliches Bild von Jesus zeichneten, wurden bei der Kanonisierung ignoriert. (Das Rennen der ‚&lt;em&gt;PC&lt;/em&gt;‘-Wichtigtuer machte dann vor allem Paulus – der Gestörteste der Jesus-Überlieferer, u.a. ein ausgewiesener Frauenhasser. Was ihn ziemlich weit von Jesus entfernt.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur weil Tora und Koran teilweise ebenso wirr daherkommen wie die Bibel (alle drei aber eben auch eine Menge Richtiges und Wichtiges verbreiten) heißt das nicht, daß irgendeins dieser löchrigen Werke mehr für sich in Anspruch nehmen könnte, ‚das Wort Gottes‘ zu sein oder dieses korrekt vollständig wiederzugeben – sie sind alle mehr oder weniger hilflose, chaotische Aneinanderreihungen von Fragmenten teilweise kontextfreier menschlicher Fabulierkunst auf der Suche nach Sinn, der Bewältigung von Angst (v.a. vor dem Tod), Kommentaren über das Leben, Lieben, Kämpfen, Ringen, Arbeiten, Hoffen, Sterben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber daß das Christentum, das Judentum und der Islam, daß Moses, Jesus und Mohammed sich auf den gleichen Gott berufen, das ist doch bitte unbestreitbar!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also was soll der Unsinn? Es geht natürlich um die Seelen, um die Schäfchen, um die zahlenden Mitglieder: Der Verein mit den meisten Mitgliedern gewinnt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und deshalb reicht es nicht, den christlichen Kirchen mit bereits massenhaftem Austritt (in Europa) klar zu machen, auf welchem irren Holzweg sie sind – sondern man sollte den anderen Laden stärker machen, damit diese angeblich ‚christlichen‘ Rechthaber erst mal vollkommen durchdrehen und sich noch tiefere Gruben schaufeln... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann, wenn sie sich ihre egozentrischen Sprüche nur noch selbst im Spiegel ihres Abendmahlgeschirrs vortragen können, vielleicht endlich mal zur Kenntnis nehmen, daß wir im Jahr 2010 leben, und nicht im 16. Jahrhundert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß wir in einer Demokratie leben, in einem Gemeinwesen, einem ‚Bürger-Tum‘. Und daß man da heute so einen intoleranten, diskriminierenden, ausgrenzenden Blödsinn einfach nicht mehr verzapfen kann.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-8877292444161021223?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/8877292444161021223/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/05/warum-ich-uberlege-moslem-zu-werden.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/8877292444161021223'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/8877292444161021223'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/05/warum-ich-uberlege-moslem-zu-werden.html' title='Warum ich überlege Moslem zu werden...'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-7036224777009561212</id><published>2010-03-25T21:42:00.000+01:00</published><updated>2010-03-25T21:49:15.208+01:00</updated><title type='text'>Willi Baer: Was für ein Leben!</title><content type='html'>Wer liest eigentlich noch Cinema? In meiner Jugend das Zentralorgan aller blauäugigen Filmfans. Besonders in Erinnerung: „Sex im Kino“. 1984. Einer der Autoren: Willi Baer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß mir der gleiche Willi weniger als zehn Jahre später in Hollywood (!) die Schlüssel seines geilen roten Sportwagens in die Hand drücken würde, konnte ich ein Jahr vor dem Abitur in Göttingen noch nicht ahnen. Aber doch: „Behalt ihn ruhig über’s Wochenende, gib die Schlüssel Montag Jeff“. Also fuhr ich vom Beverly Center bis Downtown und dann abwechselnd westwärts und ostwärts, Melrose, Sunset, bis zum PCH (Gladstone’s!), bis nach Malibu, runter bis nach Laguna, zurück bis zum Griffith Observatory – inklusive Date mit kurzem Rock und langen Beinen, das von den roten Pferdestärken angemessen beeindruckt war... Herrlich! Hollywood! Angekommen! &lt;br /&gt;(FYI: Ich war da Mitte Zwanzig.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Willi hing mit Al Pacino und Kim Basinger ab. Mußte schnell zu Dreharbeiten nach Arizona oder so fliegen, hatte derweil keine Zeit aus dem Luxushotel auszuchecken oder den Flitzer bei der Autovermietung abzugeben. Jeff hätte mir wohl gern den horrenden Etatschaden abgeknöpft, so ungläubig geschockt war er, als ich mit dem Autoschlüssel vor ihm stand („&lt;em&gt;Why?!&lt;/em&gt;“) – was wohl mein damaliges Monatssalär gewesen wäre, als Hollywood-Zaungast im dauerhaft kunstbeleuchteten, drei Quadratmeter messenden &lt;em&gt;Open Office Cubicle&lt;/em&gt; unmittelbar vor dem Kegelbahn-großen Panoramabüro von Willis Statthalter vor Ort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und nun das, vor ein paar Tagen: „Junge Welt“, Feuilleton: „Die Ungerechtigkeit attackieren – Linke Geschichte muß erfahrbar sein: Morgen wird in Leipzig „Schrei im Dezember“ aus der neuen „Bibliothek des Widerstands“ vorgestellt“. Laika Verlag. Geschäftsführer, haltet euch fest: Willi Baer! Zur Erläuterung, auf der Laika-Website: "...aus den Klassenkämpfen der Vergangenheit Erkenntnisse für den radikalen Kampf von heute gewinnen, damit wir die bestehenden Verhältnisse überwinden und Menschen nicht mehr von Menschen ausgebeutet und beherrscht werden". &lt;em&gt;Wow&lt;/em&gt;!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Flashback: 1993. „Der Spiegel“: „Hier ist was von Wildwest - SPIEGEL-Redakteurin Ariane Barth über die Deutschen in Hollywood (Teil III: Produzenten)“. Mittendrin Willi Baer: „"In den nächsten 20 Monaten produzieren wir in den USA 20 Filme mit einem Volumen von 400 Millionen Dollar." (Ich währenddessen in meinem &lt;em&gt;Cubicle&lt;/em&gt; – also auch ‚mittendrin‘. Klar war ich beeindruckt. In Jeans, Yankees T-Shirt und extrem cooler James Dean Retro Replay Jacke von Tom Berenger – also ich meine von ihm getragen, ja! – sein Kostüm in Wolfgang Petersens „Shattered – Tod im Spiegel“. &lt;em&gt;Very cool&lt;/em&gt;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach Basinger als Bankräuberin in "Karen McCoy – die Katze" folgten kommerziell absteigend Brian de Palmas "Carlito's Way" mit Pacino und inhaltlich absteigend "Doctor Death" und "Icecream Man", mit Ralf Möller. Die Partner Geissler, Deyhle und Scriba gingen abhanden (und verbrannten später noch viel mehr Geld, aber das ist eine andere Geschichte). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Neuer-Markt-Boom des Jahrtausendwechsels und dem Filmfonds-Hype der frühen Nullerjahre tauchten noch einige eher unbekannte Filme auf, die den Namen Willi Baer aufweisen, dann wurde es ruhiger um Rotbart.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ist er also wieder da. Am Hamburger Schulterblatt. „Ich bin wieder hier, in meinem Revier“? &lt;em&gt;Full Circle&lt;/em&gt;? Willi war in den Siebzigern in der DKP und Redakteur der antifaschistischen Wochenzeitung „Die Tat“. Bevor er zu Cinema ging. (Dirk Manthey. Auch so eine Geschichte.) Was für ein Leben. &lt;em&gt;I‘m impressed&lt;/em&gt;. Immer noch. Es ist wohl schwer, Willi Baer nicht zu mögen. Obwohl es dazu wohl auch Anlaß gegeben hat auf seinem bemerkenswerten Weg. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(FYI: Ich bin auch nicht mehr in Los Angeles. Ich war seit September 2001 überhaupt nicht mehr in den USA. Aber ich will mal wieder hin. Mit meiner Frau. Allerdings lieber nach Boston. Da fliegt man nicht so lang.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-7036224777009561212?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/7036224777009561212/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/03/willi-baer-was-fur-ein-leben.html#comment-form' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/7036224777009561212'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/7036224777009561212'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/03/willi-baer-was-fur-ein-leben.html' title='Willi Baer: Was für ein Leben!'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-2752057436380756927</id><published>2010-03-21T11:34:00.000+01:00</published><updated>2010-03-21T11:35:45.333+01:00</updated><title type='text'>Einheit? Privatisieren!</title><content type='html'>20 Jahre Mauerfall in Berlin, 9. November 2009: im Staatsfernsehen (aka ZDF) invasionsartige Horden von Staatsvertretern, Corporate-Dominosteine mit Fallhemmung, Thomas-Gottschalk-Gute-Laune, Feuerwerk für Millionen (Euro). (Kleiner Schönheitsfehler: die Reichsprogromnacht, ebenfalls 9. 11. – dessen Opfer und die Nachfahren Enteigneter, Vertriebener, Getöteter mögen sich ein wenig gewundert haben über das pompöse „Fest der Freiheit“.)  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;20 Jahre Wiedervereinigung, Berlin 3. Oktober 2010: privates Event-Unternehmen organisiert Spaßmeile. That’s it.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Atommüll: Weil das störrische Bundesamt für Strahlenschutz auch nach rund 30 Jahren Gorleben als strahlendes Löcherkäse-Grab nicht abnicken will, erwägt Volksvertreter Röttgen die Endlagerung in private Hände zu geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krankenkassen, Altersversorgung, Strom, Schiene, S-Bahn, etc. etc. – privatisieren, privatisieren, privatisieren. Ein neoliberaler Traum. Am besten auch Wasser! (an Nestle!)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was passiert dann? Verfall der Löhne und sozialen Sicherungssysteme, Steigerung der Gesundheits-, Sozial- und Finanzprobleme. Die Leute werden ärmer, fetter, kränker. Siehe USA, England, Australien, Neuseeland, die Mutterländer des &lt;em&gt;White Trash&lt;/em&gt;: Dort wo Neoliberalismus und Privatisierung schon am weitesten Fuß gefaßt haben, am unkontrolliertesten Amok laufen, sind Mordraten, Teenagergeburten, psychische Krankheiten, Fettleibigkeit, Kapitaldelikte, Schulabbrüche, Selbstmorde an der Tagesordnung, die Gefängnisse, Krankenhäuser, Sozialmissionen, Obdachlosenunterkünfte platzen aus allen Nähten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Komisch, wo doch das gebetsmühlenartige Dauercredo der Privatisierungsverfechter lautet, der Markt könne es besser als der Staat...?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist doch einfach: Da wo der Staat Verantwortung übernimmt und dafür Steuern entsprechend angemessen und effektiv eintreibt und investiert, in Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark,  Japan oder Belgien (bietet seine leerstehenden Gefängniszellen Nachbarländern zur Untermiete an), gerät die Chose nicht aus dem Ruder. Dort, wo Staaten seit Jahren konsequent am Ausverkauf (mit)arbeiten (s.o.), sind die Verhältnisse empirisch eindeutig eklatant schlechter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ist daran schwer zu verstehen? Was daran ist unzweideutig?  Und wie kann man da überhaupt auf die Idee kommen, 20 Jahre deutsche Einheit, Atommüll oder die Gesundheit Privatunternehmen zu überlassen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zitat Röttgen zum Thema Privatisierung der Atommüllendlagerung dieser Tage: „Nicht Teil der Überlegung, um die es heute geht“. &lt;em&gt;Heute&lt;/em&gt;! Aha. Na dann.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-2752057436380756927?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/2752057436380756927/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/03/einheit-privatisieren.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/2752057436380756927'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/2752057436380756927'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/03/einheit-privatisieren.html' title='Einheit? Privatisieren!'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-4800356010743587189</id><published>2010-03-06T23:11:00.001+01:00</published><updated>2010-03-08T13:52:53.971+01:00</updated><title type='text'>Katholisch? Jesus! (Newton!)</title><content type='html'>"Die katholische Kirche bemüht sich." Yeah, right! Stotternde Bischöfe auf allen Kanälen, die abwechselnd von „der Zeit“, „Minderheiten“, der „Pädophilie-Gesamtrate“ (zwei Prozent) stammeln, sich gegen einen „Generalverdacht“ aussprechen und auf das „Kirchenrecht“ verweisen. Hat ja alles viel gebracht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als der FC Bayern seinen erfolgreichsten Trainer Ottmar Hitzfeld erst mit Sprüchen wie „Fußball ist keine Mathematik“ lädierte und dann unwürdig vom Hof jagte, bin ich ausgetreten. Als die Deutsche Filmakademie meinte Roman Polanskis erwiesene Vergewaltigung einer 13jährigen als „Tat, die er begangen haben soll“ unaufgefordert bagatellisieren zu müssen, habe ich meine Mitgliedschaft gekündigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zieht man die Apokryphen, die vom Vatikan aussortierten, verbotenen Evangelien hinzu, bekommt man einen guten Eindruck vom Leben und Wirken desjenigen, auf den sich all dieser Wahnsinn bezieht: Der Jesus, in dessen Name Pedanten und Sadisten seit Jahrhunderten Menschen quälen, müßte sich im Grab umdrehen (wenn er noch drin liegt?) – nein, im Grab rotieren, so daß wohl so oder nichts mehr von ihm übrig ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun erreicht mit dem Bruder des Papstes, Georg Ratzinger, unter dessen Obhut 1964 bis 1994 die Regensburger Domspatzen Gewaltspielchen ausgesetzt waren  („Nichts bekannt“! Klar!) der aktuelle Stand der Dinge den Chef der Truppe. Ohnehin ja ein Musterbeispiel eifrigster Rückwendigkeit, sozusagen &lt;em&gt;back to the future&lt;/em&gt;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2005, als der Marler Joseph Alois Ratzinger alias Benedikt XVI. vom Münchner Erzbischof zum ersten deutschen Papst seit 1523 aufstieg, hieß es „Wir sind Papst“. Und nun? Schämen wir uns?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zumindest deutsche Katholiken, also steuerzahlende Mitglieder, die ihrer Kirche mit ihren Kirchensteuern die Exzesse mit ermöglich(t)en, sollten sich schämen, wenn sie das nötige Schamgefühl haben. Und sie sollten austreten. Es ist ihre Kirche. Die Auftritte und Aussagen der Vertreter der katholischen Kirche zu den Mißbrauchsfällen,  die Erkenntnisse zu den umfassenden, systematischen, weitreichenden, tiefgehenden Verschleierungen bis Januar 2010 sind peinlich, unerhört, verantwortungslos. Und wie praktisch, daß alle bisher bekannt gewordenen Fälle - bisher Hunderte, bald Tausende? - bisher, ‚leider‘ der Verjährung anheimfallen (nach dem deutschem Strafgesetzbuch 20 Jahre nach Vollendung des 18. Lebensjahres der Opfer).  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es tut sich wohl deutlich leichter zu offenbaren, zu gestehen, zu bedauern, zu 'büßen' (was das dort heißt, nicht bei uns), wenn keine Strafe mehr zu befürchten ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ignorieren, wegschauen, beschönigen, drum herum reden, leugnen, so lang wie nur möglich – das hat ja durchaus Tradition in der katholischen Kirche: woher die Pest kommt bzw. was sie verursacht, daß die Erde rund ist, daß wir von den Fischen abstammen, daß Kondome gegen Aids helfen, daß manches junge Mädchen mit einer Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung überfordert ist, all das und noch viel mehr ist weit weg von den alten Männern hinter den Mauern einer Institution, die ihre Angelegenheiten lieber selbst regelt als sich nach geltendem Recht zu richten.              &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Jahr 1600 wurde Giordano Bruno wegen „Magie und Ketzerei“ auf dem Campo de’ Fiori verbrannt. Er hatte festgestellt, daß das Weltall unendlich ist. Seine Veröffentlichungen wurden auf den Index der verbotenen Schriften gesetzt. Schlappe 400 Jahre später, im Jahr 2000, erklärte der Vatikan die Hinrichtung Brunos für unrecht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Galileo Galilei, dessen &lt;em&gt;Discorsi&lt;/em&gt; zu den wichtigsten wissenschaftlichen Veröffentlichungen aller Zeiten gehören, tiefgläubiges Mitglied der Kirche, wurde 1633 von dieser unter Hausarrest gestellt, verbunden mit dem Verbot jeglicher Lehrtätigkeit bis zu seinem Tod 1642 (ein der schon damals weltweiten Bedeutung Galileis angemessenes Begräbnis wurde unterbunden). Der Grund: Galilei bestätigte mit seinem Fernrohr die These des zuvor ebenfalls von Rom drangsalierten Kopernikus, daß die Erde sich um die Sonne bewegt – entgegen dem geozentrischen Sphärenunsinn, dem die katholische Kirche entgegen aller mit dem bloßen Auge möglichen Beobachtungen zum Trotz bis 1757 anhing. (In Indien guckte man aufmerksamer in den Himmel: Dort war schon rund 2.300 Jahre vorher klar, wie sich die Erde im Verhältnis zur Sonne verhält.) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es dauerte allerdings noch einmal, bis Papst Pius VII. 1822 dann endlich den Bann Galileis beendete – und das auch nur notgedrungen, weil in diesen nun schon einigermaßen ‚aufgeklärten‘ Zeiten nun Isaac Newtons auf den Forschungen von Kopernikus, Bruno und Galilei beruhenden Erkenntnisse und Aussagen nun einfach leider nicht mehr wegargumentierbar und unterdrückbar waren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Verurteilung Galileis aber nahm Rom erst 1992 zurück. Papst Johannes Paul II. entschuldigte sich. Das war vor 18 Jahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sehen wir hier eine Tradition? ("Die katholische Kirche bemüht sich.") Eine Strategie? Müssen wir also noch ein paar hundert Jahre warten, bis die katholische Kirche sich dazu herabläßt, strafrechtlich relevante Vorgänge so zu behandeln, wie es in einem anständigen demokratischen Rechtsstaat mindestens seit dem zweiten Weltkrieg generell überwiegend üblich ist? (Lassen wir mal für einen Moment die Machenschaften der katholischen Kirche in Afrika, Asien und Südamerika außer acht – man muß ja irgendwo anfangen.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ließe sich wohl etwas beschleunigen. Mit massenhaftem Austritt. Mit empfindlichen wirtschaftlichen Einbußen, wenn sich die Kirchensteuern damit verflüchtigen. Frei nach dem offenbar guten katholischen Motto: &lt;strong&gt;Wer nicht hören will, muß spüren&lt;/strong&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-4800356010743587189?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/4800356010743587189/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/03/katholisch-jesus-newton.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/4800356010743587189'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/4800356010743587189'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/03/katholisch-jesus-newton.html' title='Katholisch? Jesus! (Newton!)'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-4637244997776800407</id><published>2010-03-01T10:54:00.000+01:00</published><updated>2010-03-01T10:57:40.750+01:00</updated><title type='text'>Das hässliche Gesicht des Schwarzweiss-Sütterlins</title><content type='html'>also wie die frankfurter allgemeine sonntagszeitung gestern gleich dreimal auf margot käßmann eindrischt, finde ich geschmacklos, ärgerlich, zynisch und ja, widerlich. &lt;br /&gt;hat frank schirrmacher doch mehr ideologischen einfluß auf die überindindividualisierten berliner bohemiens in der sonntagsredaktion als diese zugeben würden? ist die exzentrik vermeintlich anti-bürgerlicher authentizität in wahrheit einem pseudointellektuellen neoliberalismus gewichen?&lt;br /&gt;oder ist es vor allem der unheilvolle knee jerk mechanismus elitärer journalisten, das wenn z.b. bild, taz, emma und SZ pro-käßmann schreiben, man zwanghaft die gegenseite einnehmen muss?&lt;br /&gt;so oder so, die FAS macht sich so zur bild-zeitung einer eingebildeten bildungselite, deren häuptling schirrmacher sich von diekmann, poschardt, rieke etc. nur im duktus, der intellektuellen verklärung unterscheidet, im effekt aber ebenso stimmung bedient. &lt;br /&gt;da hilft auch kein neues layout, das hässliche gesicht des vormaligen schwarzweiss-sütterlins - interessanterweise just über den käßmann-beschimpfungen noch erhalten - ist präsent. &lt;br /&gt;schade eigentlich.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-4637244997776800407?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/4637244997776800407/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/03/das-hassliche-gesicht-des-schwarzweiss.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/4637244997776800407'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/4637244997776800407'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/03/das-hassliche-gesicht-des-schwarzweiss.html' title='Das hässliche Gesicht des Schwarzweiss-Sütterlins'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-3058094563117149825</id><published>2010-02-22T22:48:00.000+01:00</published><updated>2010-02-25T06:09:41.068+01:00</updated><title type='text'>The Show Must Go On</title><content type='html'>Silberner Berlinale-Bär für Roman Polanski. Eine erneute Solidaritätsnote aus der Filmwelt für den Vergewaltiger eines 13jährigen Mädchens. Derweil versinkt die katholische Kirche in täglich neuen Offenbarungen sexueller Übergriffe von Kirchenmännern an Kindern. Manche der Opfer leben derweil nicht mehr. Sie haben Selbstmord begangen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Verjährungsfrist für eine Vergewaltigung beträgt in Deutschland (per §177 StGB) 20 Jahre. Der sexuelle Mißbrauch von Kindern verjährt (per §176) bereits nach nur 10 Jahren (bei sexuellem Mißbrauch von Kindern ‚in besonders schweren Fällen‘ ist nach §176 Absatz 3 eine Verjährung auch erst nach 20 Jahren möglich).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Polanskis Tat ist rund 30 Jahre her. Grund genug für viele Weggefährten, Geschäftspartner, Mitarbeiter etc., Polanski einen Persilschein auszustellen. In den USA allerdings, wo Polanski die erwiesene Vergewaltigung beging, ist die Tat des damaligen Mittvierzigers an der Dreizehnjährigen nicht verjährt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie lange kann es dauern, bis ein derart durch die Entgleisung eines Erwachsenen gedemütigter Mensch den Mut aufbringt, über ein solches Schicksal zu sprechen? Manche tun es nie. Sie schaffen es nicht. Sie scheitern daran. Der Freitod Robert Enkes hat viele gerührt, die Selbstmorde von Opfern sexueller Übergriffe stehen selten in der Zeitung. Der Schmerz, die Scham, die Verunsicherung, die Angst, die Verwirrung kann ein ganzes Leben anhalten, ein ganzes Leben belasten, wenn nicht zerstören. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Polanski, dessen Abwesenheit bei der Berlinale ihm und seinem Film fast noch mehr Aufmerksamkeit einbrachte als wenn er hätte anreisen dürfen, hat für einen höchst durchschnittlichen Kommerzthriller, der quasi fast wortwörtlich den Unterhaltungsroman von Robert Harris wiedergibt, einen Berlinale-Bären für die Regie erhalten. Wäre es nicht dieser Polanski, wäre eine solche Auszeichnung auf einem A-Filmfestival undenkbar, ein Skandal, ein Eklat. Wäre es nicht so tragisch, es wäre zum herzhaft lachen. Ein Witz, aber eben leider ein ganz schlechter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon zur Aufführung des Films eine Woche zuvor fanden es von unzähligen Berichterstattern in Print und TV gerade mal ein bis zwei noch erwähnenswert (Danke, Caren Miosga!) weshalb der arme Polanski nicht dabei sein durfte: wegen „Hausarrest in der Schweiz“ (die böse Schweiz!), „der mutmaßlichen Tat“ (böse USA!), „eines Verfahrens“ (die böse Justiz!) und weitere nebulöse, relativierende, bagatellisierende Formulierungen mußten herhalten, um die gute Stimmung nicht zu verderben. The show must go on.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die unangemessen kurze Verjährung von sexuellen Vergehen an Kindern diesseits des Atlantiks ist das eine Problem. Dazu kommt die Borniertheit der Polanski-Unterstützer und leider offenbar auch einiger Filmjournalisten, die sich wenig für die Fakten und vielmehr für einer der ihren, einen ihrer Helden interessieren als für das Thema selbst. Und es kommt darin eine Haltung zum Ausdruck, die das oft so lange Schweigen über sexuellen Mißbrauch erst möglich macht: Man(n) will sich damit nicht beschäftigen. Also wird es trivialisiert, ‚vergessen‘, verdrängt. Nicht zu selten steckt dahinter die Auffassung, es handele sich doch letztlich um ein Kavaliersdelikt, einen Fehltritt, ein Versehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Fehltritt, der töten kann. Und das sogar generationenübergreifend: Nicht selten geben Eltern, die unter einer derartigen Vergangenheit leiden, ihre Leiden an ihre Kinder weiter. Und so weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb ist es richtig, Polanski nicht zu entschuldigen. Und es ist richtig, daß eine solche Tat in den USA nicht verjährt. Wäre dem auch in Europa so, hätte die katholische Kirche in Deutschland, Irland, Italien (und wo noch?) deutlich weniger unter den Teppich kehren, vertuschen, auf die lange Bank schieben können – es wäre etwas ganz anderes, anstatt nun zu bedauern und ‚Buße zu tun‘, während die versetzten und frühpensionierten Täter für das Recht nicht mehr greifbar sind, die Möglichkeiten einer rechtsstaatlichen Verfolgung zur Verfügung zu haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und eben nicht so, wie es sich die uninformierten Polanski-Unterstützer für den Mittsiebziger wünschen, der seinen unverzeihlichen Übergriff auf ein unschuldiges Kind nie erkennbar bereut hat... Im Gegenteil, wie etwa Martin Amis mit dem Polanski-Zitat „Everyone likes little girls“ dokumentiert hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Well, I don't!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-3058094563117149825?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/3058094563117149825/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/02/show-must-go-on.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/3058094563117149825'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/3058094563117149825'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/02/show-must-go-on.html' title='The Show Must Go On'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1125396620398359043.post-628398245649381954</id><published>2010-02-19T15:45:00.000+01:00</published><updated>2010-02-19T15:48:46.266+01:00</updated><title type='text'>"To say something ..."</title><content type='html'>&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;"To say something simply is never simple. To say something clearly is an accomplishment of the highest order. To say it memorably is one of life's heroic accomplishments."&lt;/strong&gt; Howard Suber&lt;/blockquote&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1125396620398359043-628398245649381954?l=dirkdot.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://dirkdot.blogspot.com/feeds/628398245649381954/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/02/to-say-something.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/628398245649381954'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1125396620398359043/posts/default/628398245649381954'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://dirkdot.blogspot.com/2010/02/to-say-something.html' title='&quot;To say something ...&quot;'/><author><name>Dirk Dotzert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/04832925985555911912</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_GUDk1J5HXcM/S38Wh-FYkgI/AAAAAAAAAAk/LKXHHyuNnI4/S220/ddhamburglikebrazil.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry></feed>
